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Chronik Teil 1 (1872 - 1924)Da in den ersten Jahren keine Protokolle geführt wurden, sind wir auf die mündliche Überlieferung angewiesen, die damals der Aktuar Josef Fuchs am 24. Juni 1908 ins Protokoll aufgenommen hat.
1872 - 1882Die VorgeschichteDie ersten Anfänge einer Wängener‑Musik gehen etwa auf das Jahr 1872 zurück, was jedoch mehr einer Tanzmusik glich. Genannt sind nur die Trompeter Fridolin Krähenmann aus Heiterschen, der auch das Präsidium vertrat, Johann Huber, Adalbert Frevel, Johann Krähenmann und Ferdinand Fuchs. Dirigent war Trompeterkorporal Kessler aus Thundorf, wo auch das Probelokal in einer alten Stickerei untergebracht war. Das Wandern ist des Müllers Lust, werden sich damals die Musikanten gesagt haben, denn jeden Samstagabend pilgerten sie nach Thundorf zur Musikprobe. Das Schifflein der paar Wängener wollte aber nicht den richtigen Kurs einhalten, denn nach kurzer Zeit war nichts mehr zu hören. Im Jahre 1880 fanden sich wieder einige Männer zusammen, die keine Mühe scheuten, nach Thundorf zu wandern um bei Korporal Kessler die Kenntnisse eines Blasinstrumentes zu erlernen. Es waren alles Handstricker mit folgenden Namen: Christian Wanner, Heinrich
Kocherhans, Studer Fridolin Müller, Auch diese Gruppe bildete sich zu einer Tanzmusik aus und das erste Auftreten soll im " Frohsinn " in Guntershausen gewesen sein, wo jeder eine Belohnung von acht Franken erhalten hat. Für die damalige Zeit sicher eine schöne Gage. 1882 hat dann der frühere Präsident Fridolin Krähenmann in Verbindung mit Lehrer Zehnder einen neuen Verein gegründet und ihm den Namen " Alpenrösli " gegeben.
1883 -1902Die GründungDie kleine Gesellschaft florierte nicht lange, bis dann im Jahre 1883 der damals bekannte und populäre Frauenfelder Stadtmusikant Fritz Hofmann das Steuer in die Hände nahm. Der Verein erhielt auch Zuzug von auswärts, was sich jedoch nicht so günstig auswirkte, weil fast jeden Sonntag ein Mitglied den Verein in seinem Wohnort beherbergen wollte. Trotzdem gaben sich die Alpenröslianer alle Mühe vorwärts zu streben, denn sie besuchten der Reihe nach die Musikfeste in Romanshorn 1884, Weinfelden 1885 und Kreuzlingen 1886. Infolge Arbeitsüberlastung trat 1890 Fritz Hofmann zurück und die musikalische Leitung wurde dem jungen Dirigenten Gottlieb Müller aus Holzmannshaus übertragen. Er verstand es, den Verein auf die Höhe zu bringen, was die drei folgenden Musikfeste bewiesen:
Die 1. UniformAuf dieses Fest fällt auch die Anschaffung der ersten Uniform. Das war ein Ereignis für Wängi; und das auch die Thurgauer in Zürich ein Jahr später grosse Sympathie für das Alpenrösli ernteten, beweist der Zürcher Korrespondent im " Volksblatt vom Hörnli " am 3. Oktober 1894 wie folgt: "Zürich" (Korresp.) Der Musikverein "Alpenrösli" Wängi, welcher am ostschweizerischen Musikfest in Wiedikon den 2. Lorbeer hatte, konzertierte letzten Sonntag in der Sonne Aussersihl Die zahlreiche Zuhörerschaft bezeugte durch lebhafte Beifallssalven, dass sie die Leistungen der, wenn auch kleinen aber tüchtig geschulten Musikgruppe zu würdigen verstand. Das Alpenrösli Wängi war vom Musikfest her bei den hiesigen Musikanten sowohl als bei einem weitern Publikum noch in gutem Andenken und letzten Sonntag hat es diese alte Bande wieder neu geknüpft. Die durchwegs mit Feuer und Schneid gespielten Musikstücke bewiesen den Städtern aufs neue, dass auch auf dem Lande die Kunst gedeiht, wenn Liebe und Hingabe sich hiefür opfert, wie dies beim Alpenrösli der Fall zu sein scheint. Möge sie uns bald wieder mit einem Besuch erfreuen, sie werden in Zürich jederzeit willkommen sein. Aber auch dem " Sonnen‑ Wirt " Herr Fritz Bürgin, unsere Anerkennung für die letzten Sonntag bei ihm verlebten schönen Stunden Eine Schar Thurgauer in Zürich
In dieser Zeitepoche war das " Alpenrösli " eine begehrte Musik und musste etliche Male in Zürich und Winterthur konzertieren. Ende der Neunziger‑Jahre wurde der Verein auch als Festmusik engagiert, so am Ostschweizerischen Schwingfest in Aadorf und am Kant. Schauturnen in Münchwilen.
1899
traf die Gesellschaft ein schwerer Schlag. Der Dirigent demissionierte, um auf
Initiative von Lehrer Moosberger in Münchwilen einen eigenen Verein zu gründen
die heutige " Harmonie ". Selten kommt ein Unglück allein, denn nebst dem
Dirigentenwechsel gab es noch andere Austritte, wie die des Gründers Fridolin
Krähenmann usw. Als Nachfolger von Herr Müller wurde der erste Flügelhornist
Johann Kappeler gewählt. Stimmenwechsel war an der Tagesordnung und ganz
begreiflich, wenn kein richtiges Vorwärtskommen einsetzen wollte, trotz der
strebsamen Direktion.
1903 – 1912Die 2. UniformIm Jahre 1903 wurde die zweite Uniform angeschafft, nachdem die erste den Strapazen nicht mehr gewachsen war.
In der Zeitschrift " Die Instrumentalmusik " vorn 6. Juni 1908 sind alle Ostschweizerischen Musikfeste von 1893 bis 1905 aufgezeichnet. Am Musikfest vom 16. Juli 1893 in Wiedikon nahmen folgende Vereine teil:
Am Musikfest vom 8. Juni 1902 in Frauenfeld gab es nur noch 2 Kategorien
In der gleichen Zeitschrift wird auch das Musikfest vom 14./15. Juni 1908 in Wädenswil vorgestellt. 28 Vereine nahmen teil, wobei über jeden Verein ein Kurzkommentar steht. Auch das Alpenrösli Wängi wird vorgestellt. Zum kulturellen Leben zählten auch die Theateraufführungen. So im Jahre 1893 und 1905 die bekannten Tellspiele. Für diese Aufführungen wurde eine separate Postkarte mit diversen Sujets gedruckt. Bei einem Hausabbruch in Wängi kam noch ein Zeitungsausschnitt aus dieser Zeit zum Vorschein, datiert 1893 mit einem Inserat der Tellspiele. Pfingstmontag den 22. Mai 1893 WILHELM TELL Schauspiel in 5 Aufzügen von F. Schiller Aufgeführt (teils zu Pferd) im Freien vom dramatischen Verein Wängi unter Mitwirkung der Musikgesellschaft Alpenrösli Reserv. nummerierte Plätze Fr. 1.50, 1. Platz Fr. 1.‑ 2. Platz 70 cts
Vor dem Musikfest in Wädenswil 1908 wechselte der Direktionsstab wieder. Johann Kappeler zog nach St.Gallen und an seine Stelle tritt Jakob Gamper, bis auch er im Jahre 1912 durch den leider zu früh verstorbenen Lehrer Hardmeyer abgelöst wurde. In der Jubiläumsansprache zum 50. Wiegenfest sagte Jakob Gamper folgendes: Hardmeyer war ein feiner Musiker und Dirigent, aber auch ein flotter und angenehmer Gesellschafter.
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